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Ein beliebter Treff in Berlin-Ost war das Wiener Cafe in der Schönhauser Allee. Blick von der Hochbahn auf das Cafe, Foto rechts.
beliebter Treff in Berlin-Wiener Cafe

Lesben in der DDR

Musik von Maike Nowak 
"komm_schwester" (Ausschnitt: 30 sek./6 Mb) Ein damals sehr beliebter Musiktitel von 1983.


frauenzeichen/holzschnitt, 1988
Ein Holzschnitt von 1988, Künstlerin unbekannt.

Rechts: Ein Plakat von dem Stand eines Ost-Berliner Kirchenfestes.
Kirchenfest


“Frauengruppen in der DDR der 80er Jahre”

Gab es eine Frauen-/Lesbenbewegung in der DDR/Ost-Berlin?

Dokumentationen und Filme - zum Beispiel




Lesben in der DDR


Lesben in der DDR dies ist ein Kapitel für sich. Viele, viele lebten versteckt, andere wagten es, aktiv zu werden in den Frauen- und Lesbengruppen in den Städten wie Magdeburg, Jena, Leipzig, Dresden, Schwerin, Berlin usw. Erst Anfang der 90er erschienen die ersten Publikationen zu diesem Thema. Diese Ausstellung im Schwulen Museum ist ein weiteres Mosaiksteinchen und regt an - so hoffen wir doch - weitere Zeitzeuginnen zu befragen oder in den Archiven wie Grauzone e.V., im Lesbenarchiv Spinnboden zu recherchieren, denn: “Mit dem Erzählen ihrer eigenen Biographie ermöglichen die Frauen, einen historischen Zusammenhang zu konstituieren und damit für sich und für andere Generationen Orientierungspunkte und Perspektiven zu schaffen.” (S.21, “...viel zuviel verschwiegen” von Christina Karstädt + Anette von Zitzewitz, Hoho Verlag 1996)

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“Frauengruppen
in der DDR der 80er Jahre”


In ihrem Vorwort zur Dokumentation "Frauengruppen in der DDR..." schrieb die Herausgeberin dieser Dokumentation Samirah Kenawi 1996 "...Beim Nachzeichnen der Geschichte der einzelnen Gruppen wurden teilweise Gruppen berücksichtigt, die keine Frauengruppen sind, um einerseits die Wurzeln von Frauen- und hier vor allem Lesbengruppen sichtbar zu machen und andererseits die fließenden Übergänge zur Bürgerbewegung und kirchlichen Gemeindearbeit." S. 22 ff ihrer Dokumentation führt Samirah Kenawi weiter aus: "Wurzeln vieler Frauengruppe waren private Freundinnenkreise, die ofrt lange vor dem Sichtbarwerden der Gruppen existierten... Mit dem Engagement gegen die Mobilmachung von Frauen durch die Wehrkreiskommandos in Folge des Wehrdienstgesetztes vom 25. März 1982 traten Frauen aus der seit Ende der 70er Jahre bestehende Bürgerrechtsbewegung hervor und gründeten eigene Gruppen... 1984 organisierten die Hallenser Friedensfrauen das erste Frauentreffen. Weitere folgten in jährlichen Abständen, 1985 in Berlin, 1986 in Leipzig, 1987 in Magdeburg, 1988 in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) und 1989 in Jena. Ziel war es, eine eigene Frauenfriedensbewegung in der DDR aufzubauen. Dazu waren alle bekannten Frauengruppen und -initiativen eingeladen worden, so daß sich diese jährlichen Treffen im Lauf der Zeit zu einem Netzwerk der unterschiedlichsten Frauengruppen entwickelten. Hier trafen sich Friedensfrauen, Frauenkirchenkreise, Lesbengruppen und feministische Theologinnen. So begannen Mitte der 80er Auseinandersetzungen über Sprache, Gewalt gegen Frauen und Vergewaltigung, über Rollenerziehung und Geschlechtersozialisation sowie feministische Theologie und Hexenverfolgung."
S. 28: "Die erste Tagung im Rahmen einer kirchlichen Öffentlichkeit, bei der Feminismus im Programm stand, fand im Oktober 1982 in der Evangelischen Akademie Brandenburg statt..."  S. 30: "Die dritte Strömung in der DDR-Frauenbewegung wurde von den Lesben- und Lesbengruppen in und außerhalb der Arbeitskreise Homosexualität gebildet. Ausgangspunkt ihres Engagements war meist ein Identitätsproblem, daß sich aus "Nichtakzeptanz" homosexueller Lebensweise und "Nichtvorkommen" eigenständiger und selbstbestimmter Frauenbilder in der Gesellschaft und damit "Nichtexistenz" lesbischer Lebensweise ergab... Das gerade Lesben erst Ende der 80er Jahre aus der Homosexuellen- und Frauenbewegung hervortraten, leigt wiederum in der Spezifik bzw. Komplexität ihres Problem begründet... Eine Diskussion zu diesem Thema in der Kirche war im Februar 1982 durch die %Tagung "Theologische Aspekte der Homosexualität" der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg angeschoben worden. Diese Tagung gab den Anstoß zu mehreren Gruppengründungen in Berlin... In Berlin trennte sich die Lesbengruppe nach ein oder zwei gemeinsamen Treffen vom schwul-lesbischen Arbeitskreis "Homosexuelle Selbsthilfe". Es enstanden die "Lesben in der Kirche". Bis Mitte der 80er war dies die einzige eigenständige Lesbengruppe in der DDR. .. Ende der 80er entstanden infolge der Dresdener Frauenfeste, der Auseinandersetzung in der MAT und der Emanzipationsprozesse in den Gruppen eine Reihe eigenständiger Lesbenruppen. Parallel zu diesem Trennungsprozeß organisierten die Lesben eigene Lesbenwerkstätten, Feste und Workshops. Ab Januar 1989 gab es die Jenenser Lesbengruppe den Rundbrief "frau anders" heraus. Das Informationsblatt für Lesben und Lesbengruppen erschien bis 1993 alle zwei Monate in einer Auflagte von 200 bis 500 Exemplare.

frau anders
"frau anders": Das erste Lesben-Informationsheft in der DDR, herausgegeben Januar 1989.

Einladung zur Fete im Sputnik
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Dokumentationen und Filme
- zum Beispiel -

“...viel zuviel verschwiegen” Eine historische Dokumentation von Lebensgeschichten lesbischer Frauen in der Deutschen Demokratischen Republik, Herausgegeben von Christina Karstädt und Anette von Zitzewitz, 1996 Hoho Verlag Christine Hoffmann
“Ich ahnungsloser Engel” von Kerstin Gutsche, Lesbenprotokolle, Reiher Verlag GmbH, Berlin 1991
“Unsichtbare Frauen” von Ursula Sillge, Lesben und ihre Emanzipation in der DDR, LinksDruck Verlag Christoph Links Berlin 1991
“Frauengruppen in der DDR der 80er Jahre” von Samirah Kenawi, Eine Dokumentation, Herausgeberin: GrauZone, Berlin 1996 weitere Informationen zu Lesben in der DDR: Irene Kukutz, GrauZone e.V. in Robert-Havemann-Archiv, Schliemannstr. 23 (Quergebäude), 10437 Berlin-Prenzlauer Berg; Archiv Grauzone; Fon: 030-44 71 08 10
Katalog “Lesben in der DDR” von L. R. Tesch, Edition Perlon, Berlin 2007
Die Wanderausstellung zum Thema "Lesben in der DDR der 80er Jahre"
Diese Ausstellung - zusammengestellt von L.R. Tesch - besteht aus 31 Tafeln - Buchbinderkarton - Format 50 x 70. Diese Tafeln sind bestückt mit Photos, Gedichte, einzelne Lesben-Lebensgeschichten sowie Informationen zu Lesbengruppen in der DDR der 80er Jahre. Inhaltlich sind die Tafeln wie folgt konzipiert: Frauen in der DDR; Lesben-Lebensweisen; Lesbengruppen; Lesben-Lebensgeschichten; literarische Texte. Die unkonventionelle Gestaltung der Tafeln entspricht unserer damaligen Lebensweise, die aufgrund einer latenten Mangelwirtschaft in allen Lebensbereichen besondere Fähigkeiten erforderte: improvisieren, organisieren, tauschen. Aus wenig mach’ viel. Kontakt-Mail: leotesch@web.de

Film


"... viel zuviel verschwiegen"
Lebensgeschichten lesbischer Frauen in der DDR/1992/78 min/Verleih: Edition Salzgeber Regisseurinnen: Anette von Zitzewitz und Christina Karstädt/Musiktitel von Maike Nowak
"Warum wir so gefährlich waren" Interviews mit Berliner Lesben/2006/50 min
Die Filmemacherinnen = Songül Bitis; Samira Mahmud; Colin Müller; Marie Schlingmann
Die Interviewpartnerinnen = Bettina Dziggel; Marinka Körzendörfer; Marina Krug und Suse Lück.
"Nach der Eiszeit", 88 Min. # Regie: Trevor Peters # Buch: Trevor Peters # Dokumentarfilm 1988 # Kamera: Julia Kunert # Schnitt: Margot Neubert-Maric (s.a. »Oi! Warning«) # Musik: Peter Kroemer
»Das war für mich einfach schön und o.k. Lesbisch oder nicht lesbisch, ich kannte das Wort einfach gar nicht.« Ein Film über fünf lesbische Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern.
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