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 Rückblick: Abend mit Laura  Méritt - history of sex


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Als Referentinnen und Autorinnen
hatten wir eingeladen: Traude Bührmann, Christine Hackenberger, Laura Méritt, Dr. Ursula Sillge.
Danke für die interessanten Abende.

Lesben in Berlin von den 1970ern bis heute



Die Ausstellung ist beendet!



ABSCHIED - FINISSAGE fand am

Sa., 6. Dezember 2008 mit Livemusik von Maike Nowak statt.
"Raubst mir nicht die lebendige Seele." Musik: Maike Nowak, deutsche Texte: Maike Nowak - kurzes Musikbeispiel auf der Seite Lesben in der DDR; russische Texte: nach Gedichten der russischen Dichterin Marina Zwetajewa

michael fürstbesucherinBirgit Bosold
Maike_NowakbesucherinMaike_NowakMaike_Nowak

Im Schwulen Museum wurden während der gesamten Ausstellungszeit folgende Filme gezeigt:
samstags + donnerstags

"Und wir nehmen uns das Recht" von Claus-Ferdinand Siegried, WDR 1974

sonntags + freitags
"Warum wir so gefährlich waren" von Marie Schlingmann, Songül Bitis, Samira Mahmud, 
Colin Müller, 2007

montags
"The Fridge under the Kitchenwagon" Der Schwarze Kanal, von Line Kühl, Sophie Grohmann, Bettina Mooshammer, 2008

mittwochs
"Außer Männer haben wir nichts zu verlieren" 1968 bis heute, Folge 12 der Reihe Geschichte der Frauenbewegung von Sabine Zurmühl, 1987

Dauerhaft stumm auf dem Fernsehgerät
"Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt" 
von Rosa von Praunheim, 1970/71

Vieles, vieles ist noch zum Thema Lesbische Filmemacherinnen zu sagen, ebenso nicht erwähnt sind die experimentellen künstlerischen Arbeit von Hucky Fin Porzner, Nathalie Percillier, Arbeiten von Roswitha Baumeister und und und. Verzeiht uns!

Einen sehr guten Überblick über weitere Filmemacherinnen enthält das Buch "Das Begehren im Blick. Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte" von Ingeborg Boxhammer.

Hier können wir aus Platzgründen nur eine vorstellen.

Dagmar Trüpschuch schrieb in einem Interview mit der Filmarbeiterin, Samantha Maria Schmidt: "Dadurch, dass immer mehr Filme von und über Lesben gedreht werden, gibt es inzwischen eine Menge positiver Bilder von Lesben statt der altbekannten Klischees. Und auch, wenn heutzutage die meisten Kinolesben überleben dürfen, sterben sie immer noch überdurchschnittlich häufig. Bis Mitte der 80er Jahre jede zweite, heute ungefähr jede achte. Verändert hat sich vor allem, dass Lesbischsein verbal thematisiert wird. Vor allen Dingen gibt es heutzutage so wunderbare Coming-Out-Pubertätsfilme, wie z.B. "All over me" oder "Fucking Amal", die auch noch Erfolg haben. Wenn Mädchen sich verlieben scheint das eher akzeptiert zu sein als bei reifen Frauen. Mädchenliebe ist kein Angriff auf die patriarchale Welt. Deshalb kann Leidenschaft unbefangener und weniger verklemmt inszeniert werden. Es bleibt manchmal beim Küssen, aber Leidenschaft findet ihren Ausdruck eben nicht nur in sexuellen Bildern.

Leider ist das Lesbischsein,das sieht man täglich im Fernsehen," so Samantha Maria Schmidt in dem Interview, "inzwischen total eingemeindet. Es hat kaum noch etwas Subversives, das bedaure ich als Feministin sehr. Es hat aber nicht, wie bei den Schwulen, dazu geführt, dass Regisseurinnen, Kamerafrauen etc. große Erfolge feiern und kontinuierlich teure Filme machen könnten, die auch lesbische Sexualität und Erotik in den Mittelpunkt stellen...

Schon in den 70er-Jahren wurden Filme mit lesbischen Sexszenen gedreht, aber die dienten zum Aufgeilen der Männer, und an diese Tradition möchte man ja nun auch nicht anknüpfen. Dann soll sich die Darstellung von lesbischem Sex von Heterosex absetzen und es soll möglichst keine Gewalt vorkommen. Und Leidenschaft hat ja oft gewaltmäßige Züge oder kann zumindest so wirken. Ein weiterer Grund ist, dass die Frau ja sowieso schon in der Öffentlichkeit voll entblößt ist und durch die filmische Zurückhaltung noch der letzte Intimbereich bewahrt werden soll. Der Grund für die relative Erfolglosigkeit guter lesbischer Filme ist auch ein politischer: Der gesellschaftliche Widerstand ist einfach zu groß. Wenn Männer nicht mehr das Maß aller Dinge sind - und das gilt auch für Schwule, die sich in der Regel einen Scheiß für Lesbenfilme interessieren -, sondern sich etwas so Existentielles wie Sex unter Ausschluss des Mannes abspielt, dann wird dem ein Riegel vorgeschoben. Ich habe oft erlebt, wie sehr Männer sich und mit ihnen viele Frauen, die sich am Mann orientieren, provoziert fühlen, wenn sie sich ausgeschlossen sehen. Eine einträgliche Identifikation läuft dann im Kino nicht mehr. Und damit haben unabhängige Lesbenfilme sehr wenig Chancen auf dem Markt - heute übrigens wieder weniger als in den 90er-Jahren...
Stundenlang sitzt sie vor dem Fernseher und im Kino, um unendlich viele Filme zu sichten, die sie unter bestimmten Gesichtspunkten untersucht. Ihre Themen sind beispielsweise die Darstellung u.a. von Mörderinnen, Nonnen, Lesben und Kinoheldinnen im Film. Hat sie relevante Beispiele gefunden, schneidet sie die Szenen heraus und montiert sie zu Dokumentationen mit Titeln wie "Schwesterlich, keusch und ohne Makel?", ein Video mit den schönsten Szenen aus der Nonnenfilmgeschichte. Oder "Die Pfoten bleiben über dem Laken", ein Streifzug durch 40 Frauengefängnisfilme. Aber angefangen hat alles 1985 als die studierte Literaturwissenschaftlerin zur ersten Berliner Lesbenwoche die Videodokumentation "Infam - Klischee-Lesben im Kino" schnitt. Und nun, 20 Jahre später, hat Maria Schmidt es wieder getan - sie sichtete rund 130 Filme und wertete sie aus, schnitt ein Video mit 300 Filmszenen und schrieb ein Buch über Lesben und weibliche Sexualität im Kino mit dem Titel "Goldfische im Filmbett". (Dies ist eine gekürzte Fassung des Interview, das in bereits 2004 in der lespress erschien.)
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