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Rückblick: Abend mit Laura Méritt - history of sex L-Projekt
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Ausstellungsprogramm
Lesben in Berlin von den 1970ern bis heuteDie Ausstellung ist beendet!
Sa., 6. Dezember 2008 mit Livemusik von Maike
Nowak statt.
Im Schwulen Museum wurden während der gesamten Ausstellungszeit folgende Filme gezeigt:samstags + donnerstags"Und wir nehmen uns das Recht" von Claus-Ferdinand Siegried, WDR 1974 sonntags +
freitags montags mittwochs Dauerhaft
stumm auf dem Fernsehgerät Vieles, vieles ist noch zum Thema Lesbische Filmemacherinnen zu sagen, ebenso nicht erwähnt sind die experimentellen künstlerischen Arbeit von Hucky Fin Porzner, Nathalie Percillier, Arbeiten von Roswitha Baumeister und und und. Verzeiht uns! Einen sehr guten Überblick über weitere Filmemacherinnen enthält das Buch "Das Begehren im Blick. Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte" von Ingeborg Boxhammer. Hier können wir aus Platzgründen nur eine vorstellen.Dagmar Trüpschuch schrieb in einem Interview mit der Filmarbeiterin, Samantha Maria Schmidt: "Dadurch, dass immer mehr Filme von und über Lesben gedreht werden, gibt es inzwischen eine Menge positiver Bilder von Lesben statt der altbekannten Klischees. Und auch, wenn heutzutage die meisten Kinolesben überleben dürfen, sterben sie immer noch überdurchschnittlich häufig. Bis Mitte der 80er Jahre jede zweite, heute ungefähr jede achte. Verändert hat sich vor allem, dass Lesbischsein verbal thematisiert wird. Vor allen Dingen gibt es heutzutage so wunderbare Coming-Out-Pubertätsfilme, wie z.B. "All over me" oder "Fucking Amal", die auch noch Erfolg haben. Wenn Mädchen sich verlieben scheint das eher akzeptiert zu sein als bei reifen Frauen. Mädchenliebe ist kein Angriff auf die patriarchale Welt. Deshalb kann Leidenschaft unbefangener und weniger verklemmt inszeniert werden. Es bleibt manchmal beim Küssen, aber Leidenschaft findet ihren Ausdruck eben nicht nur in sexuellen Bildern. ![]() Leider ist das Lesbischsein,das sieht man täglich im Fernsehen," so Samantha Maria Schmidt in dem Interview, "inzwischen total eingemeindet. Es hat kaum noch etwas Subversives, das bedaure ich als Feministin sehr. Es hat aber nicht, wie bei den Schwulen, dazu geführt, dass Regisseurinnen, Kamerafrauen etc. große Erfolge feiern und kontinuierlich teure Filme machen könnten, die auch lesbische Sexualität und Erotik in den Mittelpunkt stellen... ![]() Schon
in den 70er-Jahren wurden
Filme mit lesbischen Sexszenen gedreht, aber die dienten zum Aufgeilen
der
Männer, und an diese Tradition möchte man ja nun auch
nicht anknüpfen. Dann soll sich die Darstellung von
lesbischem Sex von Heterosex absetzen und es soll möglichst
keine Gewalt vorkommen. Und Leidenschaft hat ja oft
gewaltmäßige Züge oder kann zumindest so
wirken. Ein weiterer Grund ist, dass die Frau ja sowieso schon in der
Öffentlichkeit voll entblößt ist und durch
die filmische Zurückhaltung noch der letzte Intimbereich
bewahrt werden soll. Der Grund für die relative
Erfolglosigkeit guter lesbischer Filme ist auch ein politischer: Der
gesellschaftliche Widerstand ist einfach zu groß. Wenn
Männer nicht mehr das Maß aller Dinge sind - und das
gilt auch für Schwule, die sich in der Regel einen
Scheiß für Lesbenfilme interessieren -, sondern sich
etwas
so Existentielles wie Sex unter Ausschluss des Mannes abspielt, dann
wird dem ein Riegel vorgeschoben. Ich habe oft erlebt,
wie sehr Männer sich und mit ihnen viele Frauen, die sich am
Mann orientieren, provoziert fühlen, wenn sie sich
ausgeschlossen sehen. Eine einträgliche Identifikation
läuft dann im Kino nicht mehr. Und damit haben
unabhängige Lesbenfilme sehr wenig Chancen auf dem Markt -
heute übrigens wieder weniger als in den
90er-Jahren... |